Ein Herz für einen bedürftigen Jugendlichen

Schüler der Heinrich-Böll-Schule sammeln für Patenkind in Vietnam

Lee Hu Thrin steht am Anfang eines glücklichen Lebens. Basis dafür ist seine gute Schulbildung, die seit Jahren von der Heinrich-Böll-Schule finanziert wird. Der bald 16jährige Vietnamese gehört damit zu den privilegierten Jugendlichen in seinem Land. Lee Hu Thrin ist das Patenkind der Schule, die - initiiert von der Fachschaft Religion - derzeit eine besondere Sammelaktion durchführt. "Wäre Lee Hu Thrin nicht im Projekt von ‚World Wishen', also Patenkind unserer Schule, hätte er nicht einmal das Nötigste zum Leben", erklärt Pfarrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann, die als Religionslehrerin und Schulpfarrerin an der integrierten Gesamtschule tätig ist.
"Wir müssen viel stärker an die Menschen - vor allem die Kinder und Jugendlichen - in den ärmsten Ländern der Welt denken. Uns geht es gut, wir sollten andere an unserem Wohlstand teilhaben lassen", betont Barbara Holzapfel-Hesselmann. Ihr Appell stößt an der HBS auf offene Ohren. Sie und die anderen Religionspädagogen konnten die Schüler für die Nöte der Kinder und Jugendlichen in der Dritten Welt sensibilisieren.




Die Idee, ein Patenkind zu "adoptieren", wurde vor Jahren von der Schülervertretung realisiert. Über die Organisation "World Wishen" wurde Lee Hu Thrin als Patenkind vermittelt. Seitdem überweist die Schule monatlich 30 Euro, die dazu beitragen, die Ausbildung des Jungen zu gewährleisten. Damit nicht genug: Ein Teil des Geldes kommt auch Lee Hu Thrins Familie zugute. Es ist eine Hilfe zur Selbsthilfe. Die Vietnamesen erhalten Saatgut, das ihnen die Lebensexistenz sichern und vielleicht den Weg in die Selbstständigkeit als Kleinbauern ebnen soll.
Die Fachschaft Religion, die sich seit zwei Jahren um das Patenkind kümmert, nahm die Fastenzeit nun zum Anlass, eine besondere Sammelaktion zu organisieren. "Die Fastenzeit verbinden wir mit einem Engagement für notleidende Menschen", bemerkt Pfarrerin Holzapfel-Hesselmann. Fasten soll also nicht nur ein Verzicht auf Konsumgüter, sondern vor allem ein Anstoß sein, den Blick auf Mitmenschen zu richten, denen es weniger gut geht.
Bisher kamen 270 Euro zusammen. Schüler der fünften bis siebten Klassen verkauften beispielsweise Bastelarbeiten und spendeten die Einnahmen. Außerdem werfen Schüler - natürlich freiwillig - in jeder Stunde zehn Cent in eine Spendendose. Mit der Spendenbüchse läuft Barbara Holzapfel-Hesselmann auch durch das Lehrerzimmer; dort erhält sie nicht nur Hartgeld, sondern auch manchen Schein. Darüber hinaus verkauft die Schülervertretung Kuchen zu Gunsten des Patenkindes. "Aus vielen Quellen fließt das Geld in die Kasse. Wir werden mit unseren Bemühungen nicht müde", erzählt die Pfarrerin voller Stolz.
Lee Hu Thrin weiß um die große Hilfe aus Fürth. Jedes Jahr schickt Lee einen Brief und ein aktuelles Bild an die integrierte Grundschule verbunden mit seinem großen Dank an alle Schüler. Die HBSler werden an ihr Patenkind in einem Gottesdienst zum Abschluss der Fastenzeit denken. "Vielleicht", so Barbara Holzapfel-Hesselmann abschließend, "können wir einem weiteren Patenkind ein besseres Leben garantieren."