Kreativ mit Nadel und Faden

Fach "Textiles Gestalten" an der Heinrich-Böll-Schule / Neu Nähmaschinen

Frederik sitzt vor einer nagelneuen Nähmaschine eines bekannten deutschen Herstellers. Er kann das Gerät mittlerweile mühelos bedienen, doch gerade hat er Schwierigkeiten mit Nadel und Faden. Lehrerin Kerstin Bauer löst das Problem mit einem Handgriff und schon kann Frederik seine Arbeit fortsetzen. Er gehört zu Schülern des neunten Jahrgangs der Heinrich-Böll-Schule, die den Kurs "Textiles Gestalten" besuchen.
Der Fachbereich wurde an der HBS neu belebt, als Schulleitung und Kollegium während einer Projektwoche das Interesse der Schüler an dieser Tätigkeit registrierten. Die Jugendlichen nannten gleich mehrere überzeugende Argumente: Man könne kreativ arbeiten, handwerklich tätig sein und allerlei Gegenstände sowie Kleidungsstücke anfertigen, für die man viel Geld im Geschäft bezahlen müsse.
Der Wunsch nach dem Fach "Textiles Gestalten" stieß bei der Schulleitung auf offene Ohren. Stufenleiterin Eveline Vieweg kümmerte sich um die Realisierung des Angebotes. Voraussetzung dafür war die Anschaffung neuer Nähmaschinen. "Dank der finanziellen Unterstützung durch den Förderverein der Schule konnten wir die Maschinen kaufen", betont die Stufenleiterin. Mit Kerstin Bauer und Stefanie Steiner fanden sich zwei fachkundige Pädagoginnen, die den Schülern wichtiges Wissen im Umgang mit Maschine und Stoffen vermitteln.
Die beiden Kurse sprechen Anfänger wie Frederik ebenso an wie Fortgeschrittene, die ihr handwerkliches und kreatives Geschick noch verfeinern möchten. Die Palette der gefertigten Gegenstände ist breit gefächert: Sie reicht von Handytaschen über Tischsets bis hin zu ausgefallenen Kleidungsstücken. "Es ist erstaunlich, mit welcher Präzision die Schüler arbeiten und wie schnell sie die Funktionsweise und Handhabung der Nähmaschinen verstehen", erklärt Kerstin Bauer.



Frau Bauer und Frau Steiner mit Schülern an den neuen Maschinen


Die Schüler sprühen jedenfalls vor Kreativität, die in vielen Bereichen zum Tragen kommen soll. Möglicherweise hilft die Fachschaft "Textiles Gestalten" bei der Ausstattung der Fußgruppe beim Johannismarktumzug mit Eigenkreationen mit. Auch die Film AG könnte von den "Modedesignern" in Form von Kostümen und Gewändern profitieren.
Auf Grund der guten Erfahrungen und des Interesses von Seiten der Schüler plant die Fachschaft die Erweiterung des Angebotes: Im neuen Schuljahr stehen Anfängerkurse ab dem siebten Jahrgang auf den Kursplänen.
Frederik, der gerade ein T-Shirt näht, wirbt kräftig für das neue Fach an der Heinrich-Böll-Schule: "Textiles Gestalten macht großen Spaß. Diesen Kurs würde ich jederzeit wieder belegen."