Mit Rauschbrillen auf Promilletour

Präventionsprojekt zum Thema "Alkohol" an der Heinrich-Böll-Schule

Kein Dorffest ohne "Alkoholleiche": Früher waren es die ortsbekannte Säufer, die sich die Lichter ausschossen, heute sind es oft Jugendliche, die sich fast bis ins Koma trinken. Ein besorgniserregender Trend, den es zu stoppen gilt. Die Heinrich-Böll-Schule möchte ihre Schüler vor den Gefahren des Alkohols bewahren und organisierte deshalb vor den Ferien ein Präventionsprojekt, an dem alle Schüler des neunten Jahrgangs teilnahmen.
Mit Rauschbrillen gingen die Jugendlichen auf Promilletour, um am eigenen Leib zu spüren, wie eine Person im Vollrausch sein Umfeld "wahrnimmt". "Wir wollen den Schülern vor Augen führen, welche verheerenden Auswirkungen der Missbrauch von Alkohol auf den Körper hat", erklärte Oberstudienrat Sven Spottka, der das Projekt plante.



Eine neunte Klasse im Seminar bei Marion Moser


Erstmals kooperierte die integrierte Gesamtschule mit der Barmer-GEK-Ersatzkasse. Die Mitarbeiterin der Krankenkasse, Marion Moser, zeigte anhand von Filmen und einer gelungenen Präsentation, welche Wirkung Alkoholgenuss auf das Verhalten und die Gesundheit Jugendlicher hat. Sie informierte die Schüler auch, was sie im Ernstfall unternehmen müssen, um das Leben eines Jugendlichen, der nicht mehr ansprechbar ist, zu retten.
Im Gespräch mit Marion Moser merkten die Neuntklässler sehr schnell, dass der Übergang von einem "kleinen" Bierchen zum hemmungslosen Trinken harter Spirituosen ganz schnell geht. Dabei spielen Komponenten wie Gruppendruck oder Coolness eine große Rolle. Das "Komasaufen" am Wochenende wird dann zum festen Ritual und führt - auch davor warnte die Referentin - zur Abhängigkeit.
"Mir ist meine Gesundheit wichtiger als den Coolen zu spielen", meinte ein 15Jähriger nach dem Vortrag. Und eine Schülerin ergänzte: "Komasaufen zeugt nicht gerade von viel Verstand". Treffend erkannt!
"Wir wollen und werden auch in Zukunft unseren Beitrag dazu leisten, dass die Jugendlichen die Finger von Alkohol lassen. Prävention ist gerade auf diesem Gebiet eminent wichtig", fassten Sven Spottka und Stufenleiterin Evelin Vieweg zusammen. Er dankte der Referentin für deren umfassenden und aufschlussreichen Informationen.